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Beratungs - und Fachzentrum
gegen sexualisierte Gewalt
an Mädchen und Frauen
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Die Geschichte des NOTRUF e. V. Regensburg
Von der Frauengruppe zum Beratungs- und Fachzentrum


2006 ist weiterhin Kreativität in Sachen Geldbeschaffung gefragt. Zusammen mit der Kabarettistin Inge Faes wird eine großangelegte Postkartenaktion veranstaltet. Über 6000 Postkarten werden in der Stadt verteilt, um neue Mitfrauen und -männer für unseren guten Zweck zu gewinnen.

2005 muss mit nur 1,5 Personalstellen weiter gearbeitet werden. Eine große Herausforderung und Ehre zugleich ist für uns, das Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft der NOTRUFe Bayerns in Regensburg zu veranstalten. Hoch über den Dächern von Regensburg tagen Expertinnen von 17 NOTRUFen Bayerns.

2004 „NOTRUF in Not”– dass ist die Schlagzeile im Jubiläumsjahr.
Im 20. Jahr der NOTRUF-Arbeit ist die finanzielle Not des Vereins größer denn je. In dieser unsicheren Situation ist es nicht mehr möglich, zwei Personalstellen zu halten. Der NOTRUF ist gezwungen, einer Mitarbeiterin zu kündigen, sowie Arbeitszeitverkürzungen vorzunehmen. Die Beratungs- und Präventionsarbeit muss reduziert werden.
Nach dem Motto „und kein bisschen leise” wird die Öffentlichkeit über unsere prekäre Situation weiterhin informiert: noch mehr Spendenbriefen werden geschrieben, zahlreiche Menschen und Firmen kontaktiert und um Hilfe gebeten.
Eine unerträglich belastende Situation, nicht nur für uns Hauptamtliche, sondern natürlich auch für unsere Klientinnen, die befürchten, dass es bald überhaupt keine speziellen Angebote für Betroffene sexualisierter Gewalt in Regensburg gibt.
Dank der großartigen finanziellen Unterstützung zweier Regensburger Firmen, sowie den Service-Clubs „Rotary Marc Aurel” und den „Soroptimist International”, können wir aufatmen. Es ist möglich, die Zeit bis zur definitiven Aussage unserer lokalen Kostenträger zu überstehen. Die Kürzung um mehrere tausend Euro trifft uns hart, aber zumindest kann ein kompletter Wegfall der Förderungen abgewendet werden.

In all diesem Trubel und Chaos um die Existenzsicherung des NOTRUFs wäre er beinahe vergessen worden: der 20. Geburtstag!!! Trotz der angespannten Situation wollen wir feiern, und sie nicht vergessen, unsere Siege im Kampf gegen sexualisierte Gewalt!
Das Angebot der „HIP'N' COOL Jazz Big Band” für uns ein Benefizkonzert im Leeren Beutel zu veranstalten ist das schönste Geschenk. Unter dem Motto „JAZZ für 24171“ lassen sich über 200 Gäste berauschen. Dieser Abend ist für uns ein großartiger Erfolg: viele Gäste, eine hervorragende Band und großartige Stimmung!

Ein anstrengendes und aufreibendes Jahre liegt hinter uns, und doch hat es auch eines gezeigt: es gibt viele Menschen, denen die Arbeit und Angebote des NOTRUFS bedeutsam und wichtig sind!

2003 - Eine Nummer zieht um. Nach über 16 Jahren im Frauenprojekte-
haus steht ein Umzug bevor. Die Alte Manggasse 1, mitten im Herzen der Altstadt, wird die neue Heimat des NOTRUFs. Mit über 60 Gästen aus Politik, Wirtschaft und vernetzten Institutionen werden die neuen Räume bombastisch eingeweiht.
Die Hiobsbotschaft, dass die finanzielle Förderung aus den freiwilligen Leistungen der Stadt Regensburg schon für dieses Jahr gekürzt werden und für 2004 sogar die komplette Förderung in Gefahr ist, erreicht uns im Sommer. Die Arbeit und die Angebote des NOTRUF und somit beinahe 20 Jahre Kraft, Ausdauer und unbezahltes Engagement von Frauen und Mädchen sind in existentieller Gefahr. Ein großer Teil der Arbeitskraft der drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen fließt in den folgenden Monaten in die „Geldbeschaffung”. Bis Ende des Jahres sind jedoch keinerlei Aussagen zu erhalten, ob und in welcher Höhe weiterhin gefördert wird. Mit anderen Worten, es ist unklar, ob weiterhin Gehälter, Miete, Gas, Strom etc. bezahlt werden können oder aber in letzter Konsequenz der Verein aufgelöst werden muss. Nur mit unermüdlichen Engagement der Mitarbeiterinnen können neue und „alte” UnterstützerInnen mobilisiert werden, die dem NOTRUF finanziell übers Jahr helfen.

2002 folgt die Stadt Regensburg dem Vorbild des Landkreises und finanziert eine weitere halbe Personalstelle ab Januar 2002. Erstmals in der Geschichte kann mit zwei Personalstellen gearbeitet werden. Der Notruf entwickelt ein eigenes Logo und ändert seinen Namen in „NOTRUF und Beratung e. V., Beratungs- und Fachzentrum gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Frauen”, um auf das breite Spektrum seiner Angebote hinzuweisen. Die Broschüre „Sexuelle Gewalt geht alle an!” wird neu aufgelegt.

2001 tragen die arbeitsintensiven Bemühungen des Vorjahres Früchte. Der NOTRUF kann ab Februar 1,5 Personalstellen besetzen. Dank der unkomplizierten Unterstützung des Landkreises Regensburg, ist es möglich unsere ABM-Frau fest anzustellen. Im Herbst verlässt die langjährige hauptamtliche Mitarbeiterin den NOTRUF. Die neue Personalsituation verbunden mit der daraus resultierenden Umstrukturierung und Einarbeitung nimmt während des gesamten Jahres viel Zeit und Raum in Anspruch!

2000 – Zeichensetzung für das neue Jahrtausend.
Mit vereinter Kraft und großem Ideenreichtum nimmt die Planung des Mahnmals gegen Gewalt an Frauen und Mädchen unter Zusammenarbeit der Regensburger Künstlerin Regina Hellwig-Schmid, Veronika Dreier, der Gleichstellungsstelle der Stadt und dem NOTRUF e.V. Formen an.
Die Photographie „Für mich soll’s rote Rosen regnen” von Regina Hellwig-Schmid, wird in limitierter Auflage vervielfacht und zu Gunsten des Mahnmals verkauft. Ebenso erfährt der NOTRUF tatkräftige Unterstützung durch die Stadt Regensburg, die sich an den Erstellungskosten beteiligt und einen öffentlichen Platz zur Aufstellung zur Verfügung stellt. An exponierter Stelle, Furtmayrstraße/Ecke Galgenberg, schräg gegenüber dem Cinemaxx, wird das Mahnmal, die Telefonnummer des Notrufs Regensburg, an einem symbolischen Tag, dem internationalen Frauentag am 8. März 2000, der Öffentlichkeit und den Medien präsentiert.
Bundesweit das erste seiner Art, so steht das Mahnmal als Zeichen dafür, dass
- Gewalt gegen Frauen und Mädchen kein Tabuthema ist.
- es Institutionen gibt, an die betroffene Frauen und Mädchen sich wenden   können.
- Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht mehr stillschweigend     hingenommen wird.

Die Beratungsgespräche, nicht zuletzt durch die breite Öffentlichkeitsarbeit, steigen von 1999 auf 2000 um 50% an. Wiederum ist dies nur mit Hilfe einer Fachfrau auf ABM-Basis Stelle zu gewährleisten.
Damit ist die Leistungsgrenze erreicht. Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, werden bei der Stadt und dem Landkreis Regensburg je eine halbe weitere Personalstelle beantragt, verbunden mit verschiedenen Informationsveranstaltungen für PolitikerInnen, intensiven Gesprächen, unzähligen Anfragen und Briefen.

1999 ist geprägt von breit angelegter Öffentlichkeitsarbeit. Der NOTRUF gibt seine erste Broschüre „Sexuelle Gewalt geht alle an” heraus.
Ebenso wird die Informationsbroschüre „Sexuelle Übergriffe an Hochschulen” einem Projekt der „Initiative gegen sexuelle Übergriffe an der Universität Regensburg” mitgestaltet und veröffentlicht. Diese bundesweit erste Broschüre dieser Art erregt überregionales Interesse. An der Kampagne „Gewalt Tabu - keine Gewalt gegen Frauen und Mädchen” , die von der Gleichstellungsstelle der Stadt Regensburg ins Leben gerufen wird, beteiligt sich der NOTRUF e.V. intensiv u. a. mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen, einer Theaterveranstaltung. Im Juni wird die Kampagne mit einer Ausstellung, an der internationale Künstlerinnen ihre Werke zum Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen präsentieren, eröffnet.
Die Grazer Künstlerin Veronika Dreier stellt ein Modell - die Telefonnummer des NOTRUF e.V. in Edelstahl - aus. Somit ist die Idee geboren, in Regensburg ein Mahnmal gegen Gewalt an Frauen und Mädchen aufzustellen.

1998 steigen die Beratungszahlen und Anfragen nach Fortbildungen stetig an. Eine Mitarbeiterin auf ABM-Basis bringt Entlastung. Ebenso wird ein Wochenende für ehrenamtlich interessierte Frauen organisiert und durchgeführt.

1997 feiert der Notruf sein 13jähriges Bestehen mit einem schönen großen Fest und einem vielfältigen Rahmenprogramm. Die Veranstaltungsreihe „Gegen sexuelle Gewalt an behinderten Frauen und Mädchen” findet in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Bildungswerk und dem I. T. P. F. statt.

1996 kommt mit einer neuen Hauptamtlichen neuer Schwung in das Team. Im Vordergrund steht die Vernetzung und die Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen.

1995 organisiert der Notruf in Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg und der Gleichstellungsstelle Regensburg eine Vortragsreihe an der Universität Regensburg zu verschiedenen Schwerpunkten rund ums Thema „Sexuelle Gewalt an Frauen”.

1994 ist die solide finanzielle Absicherung einer zweiten Personalstelle leider nicht möglich, so dass der Verein wieder mit nur einer hauptamtlichen Frau weiterarbeitet. Das hat zur Folge, dass z. B. das Therapieangebot für Mädchen nicht mehr länger angeboten werden kann. Die Notrufarbeit muss sich wieder auf das Wesentliche beschränken: Beratungen, Vorträge, Kontakte und Verwaltung. Auch dies wäre ohne das Team der Ehrenamtlichen nicht möglich.

1992 läuft das Modellprojekt des Staatsministeriums aus, es soll nun in eine Regelförderung übergeführt werden. Nach langem Hin und Her gelingt es erst im Mai, die Stadt Regensburg zur Weiterfinanzierung einer
¼-Personalstelle zu bewegen. Dank ABM gibt es in diesem Jahr eine weitere Mitarbeiterin im Notruf. Erstmals können Spieltherapie und ein erweitertes Fortbildungsprogramm angeboten werden.

1991 steht ganz im Zeichen der Ausstellung von Wildwasser Marburg e. V. „Gegen den sexuellen Missbrauch von Mädchen”. In Kooperation mit dem Evangelischen Bildungswerk, der Initiative Regensburger Mädchenarbeit und dem Verein für außerschulische Bildung Ostbayern wird die Ausstellung geplant und mit einem aufwendigen Rahmenprogramm durchgeführt. Dieses Projekt stellt einen der Höhepunkte der bisherigen Vereinsgeschichte dar.

1990 arbeitet der Notruf fast ausschließlich zum Thema „Sexueller Missbrauch an Mädchen”. Die wachsende Nachfrage an Beratungen, Vorträgen, Informationsveranstaltungen zeigen deutlich die Grenzen der zu leistenden Arbeit auf. Mit nur einer hauptamtlichen Mitarbeiterin und einem ehrenamtlich arbeitenden Team können wichtige Themenbereiche nicht im notwendigen Umfang berücksichtigt werden.

1989 kommt endlich die Zusage der Stadt Regensburg: ab April wird der Notruf als Modellprojekt mit einer Personalstelle finanziert.

1988 stellt das bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung eine dreijährige Modellförderung für bayerische Notrufe in Aussicht. Das Ministerium ist bereit, Dreiviertel einer Personalstelle plus Erstausstattung zu finanzieren, falls Stadt und Landkreis die restlichen Personalkosten je zur Hälfte übernehmen. Dazu kann sich die Stadt Regensburg fast ein Jahr lang nicht entschließen. Die Verhandlungen und das Ringen um die Gelder nehmen 1988/89 einen großen Teil der Notrufarbeit in Anspruch.
Im Oktober organisiert der Notruf eine eigene Aktions- und Aufklärungswoche „Für Frauen, die sich nicht alles gefallen lassen”.

1987 zieht der Notruf zusammen mit dem Frauenzentrum in das neue Frauenprojektehaus in der Prüfeninger Straße 32 und hat nun eigene Büroräume. Im März diesen Jahres findet die 2. Regensburger Aktionswoche des Frauenzentrums unter dem Motto „Gewalt an Frauen” unter der Mitwirkung des Notrufs statt – als Ergebnis dieser Veranstaltung gründen sich die Berufsgruppe für Frauen, die beruflich mit dem Thema sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen konfrontiert sind, sowie eine erste Selbsthilfegruppe für die Frauen, die in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden sind.
Im Herbst wird eine zweit ABM–Stelle bewilligt und die Erste um ein Jahr verlängert.

1986 wird der Notruf als „Notruf für vergewaltigte und belästigte Frauen und Mädchen e.V.” in das Vereinsregister eingetragen. Die Gemein-
nützigkeit ermöglicht eine Finanzierung mittels Spenden und Mitglieds-
beiträgen. Im Oktober nimmt die erste hauptamtliche Mitarbeiterin die Arbeit auf ABM-Basis auf.

1984 gründet sich der NOTRUF als Frauengruppe im autonomen Frauenzentrum in der Engelburgergasse.



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